Staatliches Hochbauamt Schwäbisch Hall
Im Rahmen der Modernisierung der Nibelungenkaserne in Walldürn realisierte das Staatliche Hochbauamt Schwäbisch Hall zwei neue Kfz‑Schutzdächer. Die Gebäude ergänzen den südwestlichen Bereich der Liegenschaft, der bereits durch verschiedene Hallen geprägt ist. Das typologische Konzept schafft eine einheitliche architektonische Sprache und kann als Grundlage für zukünftige Schutzdachbauten innerhalb der Bundeswehr dienen.
Zentrales Element des Entwurfs ist ein markanter Fachwerkträger, der die konstruktive und gestalterische Struktur der Dächer prägt. Er überspannt mit 21 m drei Raster von 7 m × 14 m. Dieses Raster ermöglicht eine wirtschaftliche Bauweise und bietet zugleich hohe Flexibilität bei Anpassung und Erweiterung des Systems. Die modulare Struktur erlaubt es, das Konzept auf weitere Standorte zu übertragen und die Schutzdächer in ihrer Länge unkompliziert zu erweitern.
Die Dächer öffnen sich zur Einfahrtsseite und sind an Rück‑ und Stirnseiten geschlossen. Insgesamt stehen 27 Stellplätze zur Verfügung – sechs unter dem kleineren, einundzwanzig unter dem größeren Dach.
Die tragenden Bauteile der geschlossenen Bereiche werden durch eine umlaufende Betonwand vor Anprall geschützt. Fachwerkträger und Stützen bestehen aus geschweißten Stahlhohlprofilen und verleihen dem Bauwerk eine klare, robuste Konstruktion.
Die dreiseitig geschlossene Fassade aus grünlich getönten Polycarbonat‑Doppelstegplatten ist transluzent und sorgt für eine gleichmäßige Tageslichtausleuchtung. Dies verbessert die Orientierung im Halleninneren, reduziert den Energiebedarf und schafft eine helle, funktionale Arbeitsatmosphäre.
Zwischen den beiden Dächern wurde ein Mulden‑Rigolen‑System angeordnet, das das Niederschlagswasser beider Dachflächen aufnimmt und gedrosselt an die Vorflut abgibt. Die Anlage dient der zeitlich verzögerten Ableitung und reduziert damit die hydraulische Belastung des Regenwasserbeckens deutlich.
Die bepflanzte Mulde integriert das technische System in die Freianlagen und schafft einen gestalterisch wie funktional hochwertigen Übergang zwischen den Gebäuden.
Bauherr
Nutzer
Planung und Umsetzung
Gebäudedaten