Staatliches Hochbauamt Schwäbisch Hall
Die Bundeswehr hat in der Hermann-Köhl-Kaserne in Niederstetten und der Nibelungenkaserne in Walldürn die Weichen für einen regenerativen Anteil der Wärmeversorgung gestellt. Beide Liegenschaften sind an Nahwärmenetze angeschlossen, verfügten allerdings bis vor kurzem über rein fossilbetriebene Wärmeerzeugungssysteme. Die Implementierung von Pelletfeuerungsanlagen markiert einen ersten Schritt in Richtung regenerative Wärmeversorgung.
Mit der Integration von Pelletkesselanlagen in der Hermann-Köhl-Kaserne in Niederstetten und der Nibelungenkaserne in Walldürn treibt die Bundeswehr die Umstellung auf nachhaltige Energiequellen voran. Die zentrale Wärmeerzeugung mit Nahwärmenetzen bietet eine effiziente Grundlage für diese Entwicklung.
Der Bundesbau Baden-Württemberg betreute durch das Staatliche Hochbauamt Schwäbisch Hall die Errichtung der neuen Anlagen. Am Anfang der Planung befasste sich das Team insbesondere mit den Themen hydraulische Einbindung, Abgas- und Schallemissionen sowie mit dem Genehmigungsverfahren gemäß dem Bundesimmissionsschutzgesetz. In beiden Liegenschaften sollten Heizöltankanlagen zurückgebaut und neue kleinere Tankanlagen errichtet werden. Da die Anlagen teilweise in Wasserschutzgebieten errichtet wurden, waren intensivere Abstimmungen notwendig. Auch die vorzunehmenden hydraulischen Abgleichungen bei der Einbindung in die vorhandenen Netze waren anspruchsvoll.
In Niederstetten besteht die Konstruktion aus Profilstahl und Beton, die Fassade aus Polycarbonatplatten. In Walldürn wählte das Projektteam eine Holzkonstruktion und eine Rhombus-Schalung für die Fassade. Die Versenkung der Bodenplatte der Pelletsilos in Niederstetten ermöglicht eine vollständige Einhausung. In Walldürn entschied sich das Team für eine offenere Lösung: Die Silos sind hier in die Fassade integriert.
Die erzeugte Wärmemenge der Pelletfeuerungen mit 600 beziehungsweise 720 Kilowatt (kW) Leistung wird einem Liegenschaftswärmekonto gutgeschrieben. Von diesem Guthaben werden bilanziell Neubauten sowie grundlegende Sanierungen versorgt. Dies entspricht den gesetzlichen Vorgaben gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG) sowie den Energieeffizienzfestlegungen Bund (EEFB) und ermöglicht weitere Baumaßnahmen.
Aufbau der aktuellen Wärmeerzeugung
Niederstetten, Hermann-Köhl-Kaserne
3,4 Megawatt installierte Leistung
Walldürn, Nibelungenkaserne
4,1 Megawatt installierte Leistung
1× 720 kW Pelletkessel (Grundlast)
Die Erneuerung der Wärmeversorgungsanlagen in der Hermann-Köhl-Kaserne in Niederstetten und der Nibelungenkaserne in Walldürn stellt einen bedeutsamen Fortschritt in Richtung nachhaltiger Wärmeversorgung.
Die Einführung von Pelletfeuerungsanlagen und die Nutzung des Liegenschaftswärmekontos sind nachhaltige Entwicklungen und ein vielversprechender Auftakt für künftige Innovationen. Kritische Fragen zu Holzverbrauch und Pelletlieferungen wurden projektspezifisch und mit Blick auf regionale Verfügbarkeit geprüft. Die kontinuierliche Anpassung an alternative, umweltfreundliche Technologien wird entscheidend sein, um eine vollständig nachhaltige Energiezukunft zu gestaltenDie kontinuierliche Anpassung an alternative, umweltfreundliche Technologien wird entscheidend sein, um eine vollständig nachhaltige Energiezukunft zu gestalten
Bauherr
Nutzer
Planung und Umsetzung