Staatliches Hochbauamt Schwäbisch Hall
Mit modernen Sammelstellen für Wertstoffe setzt die Bundeswehr neue Maßstäbe in Ressourcenschonung und nachhaltigem Bauen. In den Liegenschaften Walldürn und Niederstetten entstanden durchdachte Neubauten, die eine effiziente Trennung, Lagerung und Weiterverwertung unterschiedlichster Abfälle ermöglichen.
Der Fachbereich Bauingenieurwesen des Staatlichen Hochbauamts Schwäbisch Hall übernahm dabei die zentrale Rolle: Von der einheitlichen Planung über die Koordination komplexer Anforderungen bis hin zur erfolgreichen Fertigstellung – auch unter herausfordernden Rahmenbedingungen – wurde das Projekt mit hoher fachlicher Kompetenz und Engagement umgesetzt.
Das Ergebnis sind funktionale, zukunftsfähige Anlagen mit optimal abgestimmter Infrastruktur, die nicht nur den aktuellen gesetzlichen Anforderungen entsprechen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zu Umwelt- und Ressourcenschutz leisten.
In den Kasernen der Bundeswehr fallen im Betrieb die unterschiedlichsten Arten von Abfällen beziehungsweise Wertstoffen an. In unserer Gesellschaft nehmen Ressourcenschonung und Recycling eine immer größere Bedeutung ein.Ziel ist es, Abfälle zu trennen und die sortenreinen Wertstoffe einer Wiederverwendung zuzuführen.
Die vorhandenen Sammelplätze in den Liegenschaften der Herrmann-Köhl-Kaserne und der Nibelungen-Kaserne in Walldürn wurden weder diesen Bedürfnissen noch den aktuell geltenden rechtlichen Voraussetzungen gerecht. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Infrastruktur, Dienstleistungen und Umweltschutz der Bundeswehr, Kompetenzzentrum Baumanagement Stuttgart, ergab die genauere Betrachtung und Planung durch das Staatliche Hochbauamt Schwäbisch Hall, dass eine Ertüchtigung dieser Sammelplätze nicht umsetzbar ist. Statt der Sanierung wurde daher ein Neubau notwendig.
Der Bedarf wurde für beide Liegenschaften in derselben Größe ermittelt. Das Staatliche Hochbauamt Schwäbisch Hall entwickelte einen einheitlichen Entwurf für die Planung beider Sammelstellen. Um Synergieeffekte in der Planung zu nutzen, beauftragte das Bauamt für beide Maßnahmen einen Generalplaner mit der Bearbeitung der Entwurfsplanung bis hin zur Abnahme der Baumaßnahme.
Der Entwurf beinhaltete zunächst beide Sammelstellen in einer Planung. Erst mit Abschluss der Entwurfsplanung wurden die spiegelverkehrt angeordneten, aber ansonsten identischen Entwürfe entkoppelt und die Ausführungsplanung separat erstellt. Die Erstellung der Ausführungs- und Detailplanungen sowie der Leistungsverzeichnisse erfolgte daher nahezu identisch. Unterschiede gab es naturgemäß in der infrastrukturellen Erschließung sowie im Bereich Heizung, da für beide Liegenschaften unterschiedliche Energieversorgungen – in einem Fall Fernwärme, im anderen Fall Wärmepumpe – vorhanden sind.
In den Sammelstellen werden die Abfälle aus dem Betrieb der Kaserne gesammelt, bewertet und entsprechend sortiert. Anschließend werden diese Wertstoffe einer weiteren Verwertung oder gegebenenfalls einer ordnungsgemäßen Entsorgung zugeführt. Die Entsorgung beziehungsweise Verwertung der Zivilisationsabfälle aus Unterkünften und Büros erfolgt weiterhin über den Weg der kommunalen Entsorgungsbetriebe.
Die neu errichtete Anlage besteht aus einem Dienstgebäude mit einer Gesamtgrundfläche von circa 135 Quadratmetern sowie einer Stahlbau-Halle mit einer Grundfläche von 500 Quadratmetern. Das Dienstgebäude ist in die drei Funktionsbereiche Büro-, Umkleide- und Sanitärbereich, einen Technikbereich für Wärme-, Wasser- und Elektroversorgung sowie einen Bereich mit Arbeitsräumen unterteilt. Das Gebäude ist in die offene Stahlbau-Halle integriert, die über eine feuchtigkeitsdichte Stahlbetonbodenplatte verfügt. Dort findet die Anlieferung der Wertstoffe statt, beziehungsweise deren Aufbewahrung in fünf aufgestellten Spezialbrandschutzcontainern. Die Container dienen der Aufbewahrung gefährlicher Abfallstoffe, getrennt nach Art und Gefährlichkeit, beispielsweise Säuren und Laugen, brennbare Stoffe oder Batterien. Diese Trennung vermeidet, dass sich unterschiedliche Abfallstoffe gegenseitig entzünden.
Außerdem gibt es eine betonierte Freifläche mit ebenfalls circa 500 Quadratmetern zur Sammlung von herkömmlichen Schutt- und Wertstoffen wie Holz, Bauschutt oder auch Metall. Dieser Bereich ist komplett frei von festen Abtrennungen. Die Fläche kann mittels verstellbarer Absperrgitter je nach Bedarf mit geringem Aufwand in Bereiche mit variabler Größe abgetrennt werden.
Der Startschuss für beide Sammelstellen fiel mit dem Baubeginn im Frühjahr 2021. Nach drei Jahren Bauzeit wurden die Sammelstellen zeitgleich an die Bundeswehr zur Nutzung übergeben. Die Baukosten für die beiden Bauwerke unterschieden sich aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen in der infrastrukturellen Erschließung. Die Gesamtbaukosten für die Sammelstelle in Walldürn belaufen sich auf circa 2.050.000 Euro und für die Sammelstelle in Niederstetten auf circa 2.750.000 Euro.
Bauherr
Nutzer
Planung und Umsetzung
Sammelstelle Walldürn – Gebäudedaten
Sammelstelle Niederstetten – Gebäudedaten