Staatliches Hochbauamt Freiburg

Modernisierung der Gemeinschaftszollanlage Weil am Rhein/Basel-Autobahn

Etwa 3.000 Lkw und ca. 30.000 Pkw passieren die Gemeinschaftszollanlage Weil am Rhein/Basel Autobahn täglich. Dieser Grenzübergang ist Tor nach Europa und in die Schweiz sowie sichtbares Symbol der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Im März 2026 erfolgte der Start von umfassenden Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen.

Visualisierung: Die Passerellen verbinden die westlichen und östlichen Gebäude; darüber abgelöst erhebt sich das Fahrbahndach.

Zollanlage für die Zukunft

Es ist der größte deutsch-schweizerische und zugleich einer der meistfrequentierten Grenzübergänge Europas: die Gemeinschaftszollanlage Weil am Rhein/Basel Autobahn. Hier wird bis zum Jahr 2032 eine Zollanlage für die Zukunft entstehen. Aufgrund brandschutztechnischer Mängel dürfen die bestehenden Gebäude aus den 1980ern nur noch bis zum Ende des Jahres 2030 betrieben werden. Vor diesem Hintergrund ist ein Neubau erforderlich. Die Bestandsgebäude werden dafür weitgehend ersetzt; etwa die Objekte für die Abfertigung von Waren für den deutschen Zoll und die Abfertigung von Reisenden für den deutschen und schweizerischen Zoll sowie Flächen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Die Planung folgt dabei der Logik des Ortes: Der effiziente Fluss von Waren und Personen ist Prämisse. Gebaut wird bei laufendem Zoll- und Autobahnbetrieb in sorgfältig koordinierten Etappen; der Rückbau der Gebäude für die Waren- und Reisenden-Abfertigung startet erst nach Errichtung der jeweiligen Ersatzneubauten und dem Umzug der jeweiligen Nutzerinnen und Nutzer. Die komplette Lkw-Abfertigung wird während der Bauphase dauerhaft aufrechterhalten und die Kontinuität der europäischen Verkehrs- und Handelsachse bleibt jederzeit gewahrt.

Das neue markante Fahrbahndach aus Stahl, das sich mit ca. 2.800 m2 Fläche über die Kontrollbereiche und die Fahrspuren der Autobahn spannen wird, ist mehr als nur eine funktionale Überdachung. Als verbindendes Element zwischen Europa und der Schweiz prägt es das Erscheinungsbild der Anlage und verleiht ihr eine eigenständige architektonische Identität. Zwei neue Passerellen, witterungsgeschützte Fußgängerbrücken im zweiten Obergeschoss, verbinden die Gebäude und Zollfunktionsbereiche der östlichen und westlichen Seite sicher über Fahrbahnen und Außenanlagen hinweg.

Visualisierung LINK3D, Merzhausen
Visualisierung: LINK3D, Merzhausen

Die Rahmenbedingungen für die Mitarbeitenden werden grundlegend verbessert: Moderne, angenehme Arbeitsräume ersetzen den Bestand. Um die Gebäude für Menschen mit den unterschiedlichsten Einschränkungen zugänglich zu machen, werden die sehr strengen Standards der BImA zur Barrierefreiheit vollumfänglich umgesetzt. Nachhaltigkeit ist dabei kein Zusatz, sondern Grundlage: Die Betriebsgebäude entstehen in Holz-Hybrid-Bauweise, der EGB-40-Standard gewährleistet hohe Energieeffizienz und die angestrebte BNB-Zertifizierung in Silber dokumentiert den verantwortungsvollen Umgang mit Energie und Ressourcen. Diesen hohen Standard des Neubaus anzustreben, soll ein Zeichen dafür sein, dass der Bund seiner Vorbildrolle gerecht wird.

Bauherr

  • Bundesanstalt für Immobilienaufgaben


Nutzer

  • D: Generalzolldirektion 
  • CH: Bundesamt für Bauten und Logistik
  • Bundesanstalt für Immobilienaufgaben


Planung und Umsetzung

  • Bauverwaltung: Bundesbau Baden-Württemberg, Staatliches Hochbauamt Freiburg
  • Generalplaner: hovenbitzer | moser | architekten und generalplaner GmbH, Lörrach

 

Gebäudedaten

  • Baubeginn vorbereitende Maßnahmen ab 03.2026
  • Baubeginn Hauptmaßnahme ab Frühjahr 2027
  • Fertigstellung 1. Bauabschnitt bis 2030
  • Gestaffelter Rückbau der Bestandsgebäude erst nach Fertigstellung des 1. Bauabschnitts (zur Vermeidung von Interimsgebäuden)
  • Fertigstellung 2. Bauabschnitt bis 2031
  • Fertigstellung der vegetationstechnischen Anlagen bis Mitte 2032
  • geplante Nettogrundfläche NGF nach DIN 277 beträgt ca. 8.390 m2, die Bruttogeschossfläche BGF R ca. 10.125 m2 und der Bruttorauminhalt BRI R 41.475 m3
  • Energiestandard: „Effizienzgebäude Bund 40“ (EGB 40). 
  • BNB: Eine BNB-Zertifizierung in Silber ist angestrebt.
  • Umsetzung der höchsten Anforderungen zur Barrierefreiheit („BImA-Standard-Barrierefreiheit“/BImA-S-B).