Staatliches Hochbauamt Schwäbisch Hall
Seit Ende 2022 prägt am Rand des Stadtteils Distelhausen ein neues Gebäudeensemble die Landschaft oberhalb des Taubertals: der Gerätehof der Straßenmeisterei Tauberbischofsheim. Der Bundesbau Baden-Württemberg hat hier für rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen kompakten, ressourcenschonenden Betriebsstandort realisiert, der Verwaltung, Fahrzeughaltung und Salzlagerung unter einer gemeinsamen Formensprache vereint.
Bis vor Kurzem lag die Straßenmeisterei mitten in einem Wohngebiet von Tauberbischofsheim – auf einer Anlage aus den Jahren 1949 bis 1951 und 1972, die weder energetisch noch arbeitsschutzrechtlich mehr zeitgemäßen Anforderungen genügte. Eine Sanierung erschien wirtschaftlich nicht mehr vertretbar. Land und Bund fanden gemeinsam einen neuen Standort in Distelhausen; rund 11 Millionen Euro investierte der Bund in den Neubau.
Auf dem Gelände entstanden drei Baukörper mit sehr unterschiedlicher Kubatur: ein zweigeschossiges Verwaltungsgebäude, eine Fahrzeughalle mit Werkstatt und Waschhalle sowie eine markante Salzlagerhalle mit Solelagertank. Zur Einheit verbindet sie die vorgehängte, hinterlüftete Lärchenholzfassade. In den Hang eingebettet, umschließt die Straßenmeisterei einen Innenhof; Grün- und Pflanzflächen dienen zugleich als ökologische Ausgleichsflächen.
Für das Ensemble verfolgte der Bundesbau Baden-Württemberg konsequent den Gedanken der Ressourcenschonung. Verwaltungsgebäude und Fahrzeughalle sind massiv gebaut, die Salzhalle in Holzbauweise – jeweils in klarer, kompakter Form, die Hüllfläche und damit Materialverbrauch und Wärmeverlust reduziert. Die verwendeten Baustoffe stammen überwiegend aus der Region und sind biobasiert, erneuerbar und recycelbar.
Auch die technische Gebäudeausrüstung folgt diesem Ansatz: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung versorgt das Verwaltungsgebäude, eine Gasabsorptionswärmepumpe mit Deckenstrahlplatten die Fahrzeughalle. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt in den Umkleide- und Sanitärbereichen für zusätzliche Effizienz. Ein extensiv begrüntes Flachdach hält Regenwasser zurück und gibt es zeitversetzt auch über Verdunstung wieder ab, weiteres Regenwasser sammeln zwei Zisternen für Fahrzeugreinigung, Soleaufbereitung und Toilettenspülung. Eine Photovoltaikanlage übernimmt die Stromversorgung.
Konstruktiv am anspruchsvollsten war die Salzlagerhalle: Bei 6,50 Metern Schütthöhe, 9 Metern Durchfahrtshöhe und dauerhaftem Salzkontakt musste jedes Detail stimmen. Eine massive Betonbodenplatte mit Gussasphaltestrich bildet die Basis, eingespannte Betonstützen tragen die Holzkonstruktion – ausgeführt in nichtrostendem Stahl, um dem Salz standzuhalten. Eine durchscheinende, vertikal profilierte Kunststoffwelle umhüllt die Tragkonstruktion als Wetterschutz und ermöglicht zugleich freie Querlüftung über den oberen Fassadenabschluss. 1.200 Tonnen Salz finden hier Platz; im geschützten Außenbereich ergänzen Soleerzeugeranlage und ein 40.000-Liter-Solelagertank die Anlage.
Im Verwaltungsgebäude organisiert das zentrale Treppenhaus die Nutzungen: Unterrichts- und Aufenthaltsraum mit Teeküche auf der einen, Umkleide- und Sanitärbereiche sowie Technikräume auf der anderen Seite. Große Verglasungen öffnen den Blick in Innenhof und Landschaft. In der Fahrzeughalle liegt im Erdgeschoss die stützenfreie Großfahrzeughalle samt Werkstatt mit Montagegrube, Krananlage und Absauganlage; im Untergeschoss werden Kleinfahrzeuge sowie Material und Gefahrstoffe gelagert.
Am 25. Juni 2023 öffnete die Straßenmeisterei ihre neuen Gebäude im Rahmen eines Tags der offenen Tür für die Öffentlichkeit.
Bauherr
Nutzer
Planung und Umsetzung
Architektur (Entwurfs- und Ausführungsplanung, Bauleitung): Architekturbüro Planungsgruppe, Stuttgart
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