Staatliches Hochbauamt Schwäbisch Hall

Sporthalle mit Konditionsraum in der Hermann-Köhl-Kaserne, Niederstetten

Der Neubau der Sporthalle mit Konditionsraum in der Hermann-Köhl-Kaserne Niederstetten dient sowohl der Sicherstellung einer dienstlichen Sportausbildung sowie zur Erhaltung der Gesundheit und körperlichen Leistungsfähigkeit der Soldatinnen und Soldaten als auch dem Freizeitsport. Darüber hinaus wird die Halle durch externe Sportvereine außerhalb der Dienstzeiten der Bundeswehr genutzt.

Die Halle steht inmitten grüner Landschaft, das Gebäude ist modern, geometrisch, grau

Fit im Dienst und in der Freizeit

Das ca. 5.600 m² große Baugrundstück liegt auf ca. 455 m ü. NN, im nordwestlichen Teil der Hermann-Köhl-Kaserne, in unmittelbarer Nähe des Sportplatzes. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich das Casino. Das Baufeld liegt im Bereich eines mit Erdmaterial aufgefüllten Hanggeländes, welches von der Zufahrtsstraße bis zum Sportplatz und zur Nordseite hin ca. 3,50 m abfällt. Zur Gründung mussten Bohrpfähle eingebaut werden.

Das Gebäude ist in Nord-Süd-Ausrichtung längs zur Straße angeordnet. Es besteht aus einem der Halle vorgelagerten, niedrigen Anbau sowie einem Hallenteil. Im Anbau auf der Südseite der Halle sind der Konditionsraum, die Sanitär- und Umkleidebereiche, die Technikräume, der Außengeräteraum sowie die Erschließung untergebracht.

Der Baukörper aus zwei einfachen Kuben in Stahlbetonbauweise gliedert sich in einen Gebäudesockel und einen aufgesetzten verglasten Hallenkörper. Auf der Südseite springt der Gebäudesockel zurück und bildet einen überdachten Vorbereich.

Der Sockel ist mit einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade aus horizontal gegliederten Aluminiumverbundplatten mit Wärmedämmung ausgeführt. Der aufgesetzte Hallenteil erhält eine Fassade aus transluzentem Profilglas. Das Fassadensystem gewährleistet durch seine lichtstreuende Wirkung ein blendfreies Licht für den Sportbetrieb.

Der zweite Stock der Halle ist komplett verglast

Die Fenster im Umkleidebereich, Wasch- und Duschbereich sind als Aluminiumrahmenfenster, 3-fach verglast, ausgeführt. Der Eingangsbereich sowie der Konditionsraum erhielt eine 3-fach-Verglasung in Aluminium-Pfosten-Riegelkonstruktion.

Die beiden Flachdächer sind als Ausgleich für die Flächenversiegelung als extensiv begrünte Dächer ausgeführt.

Die Zugänglichkeit der Dachfläche für Wartungszwecke erfolgt beim Anbau über einen Dachausstieg im Flur, für das Hallendach über eine an der Fassade angeordnete offene Außentreppe in Stahlbauweise.

Umkleidekabine

Der Hallenraum ist im unteren Bereich der Sichtbetonwand mit einer Prallwandkonstruktion mit Kraftabtragung aus massiven Fichtenholz-Leisten ausgestattet. Im Deckenbereich ist eine statisch wirksame Scheibe aus Fichten-Brettsperrholz in endfertiger Optik mit integrierten akustisch wirksamen Holzfasern (zur Reduktion der Nachhallzeit) auf die Leimholzbinder aufgelegt. Im mittleren Bereich ist parallel zum Leimbinder ein Trennvorhang montiert um die Halle in 2 Bereiche abzutrennen. Der flächenelastische Sportboden ist mit einer PU-Beschichtung versiegelt. Die blaue PU-Beschichtung wurde im Nebenraumtrakt im Flur und bei den Umkleideräumen fortgeführt, die Wände dieser Räume sind aus Stahlbeton naturbelassen.

Durch die Verglasung des 2. Stocks, ist die Sporthalle die sich über beide Stockwerke streckt einladend hell

Alle Sanitärbereiche erhielten Boden- und Wandbeläge aus Fliesen in Grau-/Blautönen. Die Deckenbekleidung besteht aus einer weißen Metall-Systemdecke.

Im Konditionsraum wurde ein Bodenbelag aus Gummigranulat, punktelastisch mit erhöhter Stoßfestigkeit auf schwimmendem Zementestrich ausgewählt. Die Betonwand ist teilweise mit einer Holzverkleidung und integriertem Spiegel belegt. An der Decke sind gelochte Gipskartonbauplatten abgehängt.

Die Räume bieten einen direkten Blick ins Grüne

Die Sporthalle wird über das Wärmenetz der Liegenschaft versorgt. Im Hallenbereich findet die Beheizung mit Deckenstrahlplatten, im Konditionsraum mit Radiatoren vor den Fensterflächen statt. Die Umkleide- und Waschräume sind mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. Für den Hallenraum und Konditionsraum sowie für die Umkleide- und Sanitärräume ist jeweils eine Lüftungsanlage vorhanden. Beide Lüftungsanlagen sind mit Wärmerückgewinnungsanlagen ausgestattet. Die Hallenbeleuchtung verfügt über zwei Schaltstufen, diese sind Trainingsbeleuchtung und Wettkampfbeleuchtung.

Im Bereich der Außenanlagen wurden die notwendigen Stellplätze, eine Zufahrt sowie das Hallenvorfeld mit einem integrierten Sitzplatzbereich und Fahrradabstellplatz ausgeführt. Über dieses Vorfeld sind auch die Technikräume von außen erschlossen. Des Weiteren wurde eine fußläufige Anbindung an die bestehende Sportplatzanlage ausgeführt.

Bauherr

  • Bundesrepublik Deutschland
    • vertreten durch 
      Bundesministerium der Verteidigung
    • vertreten durch 
      Oberfinanzdirektion Karlsruhe, Bundesbau Baden-Württemberg, Staatliches Hochbauamt Schwäbisch Hall

 

Nutzer

  • Bundeswehr

 

Planung und Umsetzung

  • Entwurf, Projektsteuerung: Staatliches Hochbauamt Schwäbisch Hall
  • Planung, Ausschreibung, Objektüberwachung: Glück+Partner GmbH, Freie Architekten BDA, Stuttgart
  • Tragwerksplanung: Furche Geiger Zimmermann, TRAGWERKSPLANER GmbH, Köngen
  • Technische Gebäudeausrüstung: Burmester u. Partner Ing. GmbH, Würzburg (Elektro u. HLS)
  • Bauingenieurwesen: Ingenieurbüro 3KANT, Weikersheim
  • Landschaftsarchitektur: Tünnemann Landschaftsarchitektur GbR, Nürtingen

 

Gebäudedaten

  • Bauzeit: 10/2017-09/2019
  • Nutzfläche: 1.246 m²
  • Gesamtbaukosten: 4,7 Mio. Euro