Staatliches Hochbauamt Freiburg

Werkstattgebäude der Autobahnmeisterei, Freiburg

Autobahnmeistereien wurden in Deutschland oft gleich in Zusammenhang mit dem Bau der jeweiligen Autobahnen geplant und direkt an den Abfahrten errichtet. Allzeit einsatzbereit sorgen von dort aus die Mitarbeiter der Autobahnmeistereien für die Sicherheit auf unseren Straßen.

Die Autobahnmeisterei Freiburg liegt als solch eine Liegenschaft seit den frühen sechziger Jahren an der Abfahrt Freiburg-Nord der A5. Als das für den Unterhalt zuständige Regierungspräsidium Freiburg vor ca. fünf Jahren die Bauverwaltung bat, sich des Projekts anzunehmen, war das Gehöft in einem gepflegten, aber größtenteils bauzeitlichen Zustand. Als vorherrschendes Fassadenmaterial prägt – relativ untypisch für Süddeutschland – rotes Klinkermauerwerk das Gehöft.

Das Backsteingebäude bei Dämmerung

Neubau Werkstattgebäude und Bestandssanierung

Ein Gehöft wird weitergeschrieben

Neben dem altersbedingten Austauschbedarf beispielsweise der Heizung und der Tore galt es für mehrere Aufgabenstellungen auf dem Gehöft Lösungen zu finden:

Durch die geplante Schließung der Außenstelle Offenburg und die Integration der dortigen Mitarbeiter in die Autobahnmeisterei Freiburg war klar, dass der beengte Personalbereich definitiv zu klein werden würde.     

Im Bereich der Fahrzeuge erweiterte nicht so sehr die Anzahl als vielmehr die Größe der Fahrzeuge den Raumbedarf. Das Phänomen der immer größer werdenden Autos trifft auch auf den Fuhrpark der Autobahnmeistereien zu. Das heißt: Vor allem die Werkstatt und die Waschhalle der Autobahnmeisterei - beides Bereiche, in denen man sich neben, unter und vor den Fahrzeugen bewegen können muss – waren für die neuen Fahrzeuge zu klein.

Gemeinsam mit dem Regierungspräsidium und der Autobahnmeisterei wurden daher im Jahr 2014 mehrere Maßnahmen zur Erneuerung der Liegenschaft beschlossen und seitdem mit dem Einsatz von ca. 3,3 Mio. € umgesetzt.

Das Backsteingebäude bei Dämmerung

In einem ersten Bauabschnitt mussten an allen KFZ- und Werkstatthallen die bestehenden, händisch betriebenen Tore ausgetauscht werden. Bei einem reinen Austausch der Tore am alten Einbauort und Einbau von elektrischen Antrieben wären die Durchfahrtshöhen der Tore noch geringer geworden als im damals schon zu niedrigen Bestand. Vor dem Hintergrund der immer größer werdenden Fahrzeuge war das nicht sinnvoll. Zur Lösung dieser Problematik setzte man eine Stahlkonstruktion vor die ursprüngliche Fassade. In dieser Ebene öffnen jetzt neue Sektionaltore nach oben in den Bereich der ehemaligen Oberlichter hinein. Sowohl Durchfahrtshöhen als auch Hallenlängen vergrößerten sich durch diese Maßnahme. Überarbeitet wurde bei der Gelegenheit auch das Farbkonzept der Liegenschaft. Die in den 80-er Jahren gelb überstrichenen Betonkonstruktionen  wurden jetzt  in einem schlichtem Anthrazit gefasst.  Die transluzenten Fiberglastore setzen einen lichtgrünen, freundlichen Akzent und sorgen in den Hallen für eine angenehme, natürliche Belichtung.

Seiteneingang des Gebäudes

Im zweiten Schritt erhielt die Autobahnmeisterei ein zeitgemäßes Werkstattgebäude samt angeschlossener Waschhalle an der südlichen Flanke des Gehöfts. Auf Grundlage der Eigenplanung des Amtes setzte das beauftragte Architekturbüro Frank Heinz aus Waldkirch eine funktionale, schlichte Planung in nur 14 Monaten Bauzeit um. Ein Bau mit Nebenraumzone für Lager, Büro und WC-Bereich im Erdgeschoss, eine offene Galerie im Obergeschoss für noch mehr Lagerfläche, eine Waschhalle und vor allem eine Werkstatt mit Kranbahn und zwei KFZ-Arbeitsplätzen ließen ein Gebäude entstehen, bei dem kaum ein Wunsch der Werkstattmeister offen blieb.

Innenaufnahme der Garage

Bauherr

  • Bundesrepublik Deutschland
    • vertreten durch 
      Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung,
  • Regierungspräsidium Freiburg, Abt. 4, Straßenwesen und Verkehr
    • vertreten durch 
      Oberfinanzdirektion Karlsruhe, Bundesbau Baden-Württemberg, Staatliches Hochbauamt Freiburg

 

Nutzer

  • Autobahnmeisterei Freiburg

 

Planung und Umsetzung

  • Projektsteuerung: Staatliches Hochbauamt Freiburg
  • Planung: Frank Heinz, Freier Architekt, Waldkirch
  • Statik: Ingenieurbüro Sättele GmbH, Löffingen-Unadingen
  • Technische Gebäudeausrüstung: tga Planungsgruppe GmbH, Freiburg
  • Elektro: Ingenieurgesellschaft Jergler GmbH & Co. KG, Rheinstetten

 

Gebäudedaten

  • Fertigstellung: 10/2017
  • Nutzfläche: 550 m²
  • Gesamtbaukosten: 1,5 Mio. Euro